Ist Kreatin gut fürs Gehirn? Was die Forschung dazu sagt

Kreatin ist vor allem als Supplement für Muskelaufbau und Leistungssteigerung bekannt. In den letzten Jahren rückt jedoch eine andere Frage immer mehr in den Fokus der Wissenschaft: Kann Kreatin auch gut fürs Gehirn sein? Die Antwort lautet: Ja – Kreatin spielt auch im Gehirn eine wichtige Rolle und kann unter bestimmten Umständen positive Effekte haben.

Hinweis: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine fachmedizinische Beratung. Wir können Ihnen keine Heilversprechen vermitteln. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt!

Welche Funktion hat Kreatin im Gehirn?

Kreatin ist nicht nur in den Muskeln aktiv, sondern auch im Gehirn. Dort unterstützt es die Energieversorgung der Nervenzellen. Das Gehirn benötigt rund um die Uhr Energie, um Denken, Erinnern, Konzentration und emotionale Regulation aufrechtzuerhalten.

Kreatin hilft dabei:

  • ATP (die „Energiewährung“ der Zellen) schneller bereitzustellen
  • Nervenzellen bei hoher Belastung stabil zu halten
  • Energieengpässe im Gehirn abzufedern

Welche positiven Effekte werden diskutiert?

Studien deuten darauf hin, dass Kreatin unter bestimmten Bedingungen positive Auswirkungen auf die Gehirnfunktion haben kann:

  • Verbesserte geistige Leistungsfähigkeit, vor allem bei Schlafmangel oder mentalem Stress
  • Bessere Konzentration und Aufmerksamkeit bei hoher kognitiver Belastung
  • Unterstützung des Gedächtnisses, insbesondere bei Menschen mit niedrigen Kreatinspeichern
  • Neuroprotektive Effekte, also Schutz der Nervenzellen vor Energiekrisen

Besonders Vegetarier und Veganer könnten profitieren, da sie über die Ernährung weniger Kreatin aufnehmen.

Kreatin und psychische Gesundheit

Einige Forschungsarbeiten untersuchen Kreatin auch im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit:

  • mögliche unterstützende Wirkung bei depressiven Symptomen
  • potenzieller Nutzen bei neurologischen Erkrankungen (z. B. als begleitende Therapie)

Wichtig: Kreatin ist kein Medikament und kein Ersatz für eine therapeutische Behandlung, kann aber möglicherweise unterstützend wirken.

Für wen könnte Kreatin fürs Gehirn sinnvoll sein?

  • Menschen mit hoher geistiger Belastung (z. B. Lernen, Prüfungen, anspruchsvolle Arbeit)
  • Personen mit wenig Schlaf oder starkem Stress
  • Vegetarier und Veganer
  • Ältere Menschen mit nachlassender kognitiver Leistungsfähigkeit

Sicherheit und Dosierung

Kreatin gilt für gesunde Erwachsene als gut erforscht und sicher. Für mögliche Effekte auf das Gehirn werden meist ähnliche Mengen empfohlen wie im Sportbereich:

  • 3–5 Gramm Kreatin pro Tag
  • regelmäßige Einnahme wichtiger als der Einnahmezeitpunkt
  • ausreichend Flüssigkeit trinken

Menschen mit Vorerkrankungen (insbesondere der Nieren) sollten vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Fazit

Kreatin ist nicht nur ein Muskel-Supplement, sondern auch ein wichtiger Energielieferant für das Gehirn. Die Forschung zeigt vielversprechende Hinweise darauf, dass Kreatin die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen und das Gehirn in belastenden Situationen stabilisieren kann. Auch wenn noch weitere Studien nötig sind, gilt: Kreatin kann – richtig eingesetzt – auch fürs Gehirn sinnvoll sein.