Kreuzbandriss im Frauenfußball – Statistik, Risiken und Hintergründe

Ein Kreuzbandriss (vorderes Kreuzband, ACL) ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Verletzungen im Fußball. Besonders im Frauenfußball ist das Risiko im Vergleich zu Männern deutlich höher.


1. Häufigkeit im Frauenfußball

  • Studien zeigen, dass Frauen im Fußball ein 2- bis 8-mal höheres Risiko haben, das vordere Kreuzband zu reißen, verglichen mit Männern.
  • In der Frauen-Bundesliga treten laut einer Analyse von Verletzungsstatistiken etwa 0,2 bis 0,4 ACL-Verletzungen pro Spielerin pro Saison auf.
  • Etwa 50–60 % aller Kreuzbandrisse im Profifußball betreffen die vordere Kreuzbandverletzung im Knie.

2. Altersgruppen und Risikofaktoren

  • Besonders betroffen sind Spielerinnen im Jugend- und U21-Bereich, wenn intensive Wettkampf- und Trainingsbelastung auf Wachstumsphasen trifft.
  • Risikofaktoren:
    • Anatomie: Frauen haben im Durchschnitt ein schmaleres Intercondylar-Femur-Kanal, flachere Kniescheiben- und Hüftwinkel
    • Hormone: Östrogen kann die Bandstabilität beeinflussen
    • Kraft- und Technikdefizite: Schwache Oberschenkelmuskulatur oder schlechte Landetechnik bei Sprüngen erhöhen das Risiko

3. Verletzungsfolgen

  • Ein Kreuzbandriss bedeutet oft 6–12 Monate Ausfall.
  • Viele Spielerinnen benötigen OP und Reha, bevor sie wieder wettkampffähig sind.
  • Das Risiko für Langzeitschäden, wie Arthrose, ist deutlich erhöht.

4. Präventionsmaßnahmen

Studien zeigen, dass gezieltes Training das Risiko signifikant senken kann:

  • Neuromuskuläres Training (Koordination, Gleichgewicht, Landetechnik)
  • Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, besonders der Hamstrings
  • Richtiges Aufwärmen und Dehnen vor dem Spiel
  • Sprung- und Landetraining, um das Knie stabil zu halten

Programme wie FIFA 11+ zeigen nachweislich eine Reduktion von ACL-Verletzungen um bis zu 50 % bei regelmäßiger Anwendung.


5. Fazit

  • Frauen im Fußball haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Kreuzbandrisse.
  • Verletzungen betreffen Spielerinnen aller Altersgruppen, besonders aber Jugendliche und Profi-Frauenfußballerinnen.
  • Präventions- und Trainingsprogramme können das Risiko erheblich reduzieren und sollten fester Bestandteil im Training sein.
  • Die Rehabilitation nach Kreuzbandriss ist langwierig, aber bei professioneller Behandlung sind viele Spielerinnen wieder voll leistungsfähig.