Homöopathie zählt zu den bekanntesten Formen der sogenannten alternativen Medizin in Deutschland. Obwohl ihre Wirksamkeit in der wissenschaftlichen Medizin stark umstritten ist, zeigen Umfragen und Marktdaten, wie weit verbreitet homöopathische Mittel in der Bevölkerung sind.
Bekanntheit und Nutzung in der Bevölkerung
- Fast 94 % der Deutschen kennen homöopathische Arzneimittel. (BDH)
- Laut einer repräsentativen Allensbach-Umfrage haben etwa 60 % der deutschen Bevölkerung bereits homöopathische Mittel genutzt. (BDH)
- Frühere Befragungen zeigten, dass über 50 % der Erwachsenen schon einmal Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben und weitere 16 % bereit wären, sie auszuprobieren – insgesamt also rund 70 % offen oder erprobt. (homeopathy-ecch.org)
- Frauen verwenden Homöopathie häufiger als Männer: Etwa 69 % der Frauen haben sie genutzt, aber nur etwa 50 % der Männer. (Homöopathie Online)
- Nutzungshäufigkeit variiert auch nach Region und sozialem Status: Westdeutsche greifen etwas häufiger zu homöopathischen Mitteln als Ostdeutsche, und Personen mit höherem Bildungs- oder Einkommensniveau häufiger als andere. (Homöopathie Online)
Altersgruppen und Nutzerverteilung
- Homöopathie wird in allen Altersgruppen genutzt. Besonders verbreitet ist die Anwendung bei 45- bis 59-Jährigen (ca. 61 %). (Homöopathie Online)
- Auch bei jüngeren Erwachsenen (18–29 Jahre) hat eine Mehrheit Homöopathie bereits angewendet (ca. 57 %), bei den über 60-Jährigen ist die Nutzung mit ca. 43 % am geringsten. (Homöopathie Online)
Umsatz und Marktgröße
- Homöopathische Arzneimittel machen nur einen kleinen Teil des Gesamtarzneimittelmarktes in Deutschland aus.
– 2022 entfielen auf homöopathische Mittel etwa 600 Millionen Euro Umsatz (inklusive Anthroposophika etc.) – im Vergleich zu einem Gesamtmarkt für rezeptfreie Arzneimittel von mehreren Milliarden. (vkhd.de) - Im gesetzlichen Gesundheitswesen sind homöopathische Mittel seit 2003 nicht mehr standardmäßig im Leistungskatalog, können aber durch freiwillige Zusatzleistungen von Krankenkassen teilweise erstattet werden. (Springer Link)
Einstellung der Bevölkerung
- In der Allensbach-Umfrage gaben 23 % der Befragten an, Homöopathie für grundsätzlich wirksam zu halten, und etwa 51 % hielten sie für teilweise wirksam. Nur etwa **14 % hielten sie für völlig unwirksam. (BDH)
- Befürworter führen oft subjektive „gute Erfahrungen“ oder die Wahrnehmung von „sanfter Verträglichkeit“ als Gründe für ihre Nutzung an. Kritiker weisen darauf hin, dass wissenschaftliche Studien keinen über den Placebo-Effekt hinausgehenden Wirksamkeitsnachweis erbracht haben. (IamExpat in Germany)
Fazit
Homöopathie ist in Deutschland weiterhin breit bekannt und weit verbreitet – rund 60 % haben sie genutzt, und viele weitere stehen ihr offen gegenüber. Besonders Frauen und bestimmte Altersgruppen greifen häufig darauf zurück. Gleichzeitig macht der Umsatz mit homöopathischen Mitteln nur einen kleinen Teil des gesamten Arzneimittelmarktes aus. Die Bewertung ihrer Wirksamkeit unterscheidet sich stark zwischen Bevölkerung, Wissenschaft und Gesundheitssystem. (BDH)